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27. Oktober 2020: Zum Tod von Thomas Oppermann

All den Menschen innerhalb und außerhalb unserer Partei, die Thomas noch in den letzten Wochen privat oder bei seiner politischen Arbeit erleben durften, wird es bei der Nachricht von Thomas´ Tod ähnlich ergangen sein. Die erste Reaktion bei vielen Weggefährt*innen war schlicht Fassungslosigkeit, ja Ungläubigkeit. Die Nachricht von seinem Tode schien unbegreiflich, weil sie sich mit dem Eindruck, den Thomas in den vorausgegangenen Wochen vermittelt hat - nämlich den von Gesundheit und Freude am Leben, an der Politik und nicht zuletzt Vorfreude auf das, was nach der aktiven Zeit folgen sollte -, nicht vertragen wollte. Es ist eine bittere Realität.
Thomas hat als Politiker in herausragenden Positionen auf Bundes- und Landesebene gearbeitet. Seine gewissenhafte und fleißige Arbeit hat ihn in höchste Fraktions- und Parlamentsämter geführt. Als Vorsitzendem des Unterbezirks war ihm die gute Aufstellung der Sozialdemokratie im Kreisgebiet immer wichtig. Die jährliche Veranstaltung zum Politischen Aschermittwoch in Gieboldehausen hat er gepflegt und dafür gesorgt, dass bekannte Sozialdemokrat*innen als Redner*innen gewonnen werden konnten.
Thomas hat sich sehr auf die Zeit nach seiner aktiven Arbeit als Bundestagsabgeordneter gefreut und hatte ganz offensichtlich auch schon Pläne für diese Zeit entwickelt. Er wollte vorbereitet sein – so entsprach es seinem Naturell.
Zur Biografie von Thomas gehört auch ein zweijähriger Friedensdienst in den USA mit der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienst. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirchen in Deutschland Heinrich Bedford-Strohm urteilt darüber so: „Dass junge Leute in Friedenseinsätze in andere Länder geschickt werden, ist ein kleiner, aber nachhaltiger Schritt, um Alternativen zum Einsatz militärischer Gewalt zu stärken. Immer wieder begegnen mir Menschen, die entscheidende biografische Impulse aus solchen Einsätzen in ihr ganzes Lebens mitgenommen haben.“ So war das auch bei Thomas, der nach Rückkehr aus den Vereinigten Staaten das Studienfach wechselte und sein junges Leben neu ausrichtete.
Nun ist alles anders gekommen. Unsere Gedanken sind bei seinen Angehörigen und den engsten Vertrauten von Thomas. Ihnen gilt unsere aufrichtige Anteilnahme. Mögen sie sich im Wissen darum, dass viele Menschen ihre Trauer teilen, unterstützt und gestärkt fühlen. Wir alle haben einen herausragenden Politiker und einen großartigen Menschen verloren.

Arnold Sommer
Vorsitzender des SPD-Ortsvereins

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